Die Heckrinder

Heckrind

Ursprung aller Hausrinder

 

Alle heute lebenden Hausrinder stammen von diesem wilden Vorfahren ab. In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts unternahmen deshalb die Brüder Heinz
und Lutz Heck Versuche, aus züchterisch wenig veränderten Hausrindrassen ein Rind zu züchten, das dem Auerochsen ähnelt (”Abbildzüchtung”). Nach relativ wenigen Jahren gelang es, dieses Ziel in einem verblüffenden Maße zu erreichen.

Trotzdem sind die so genannten Heckrinder mit ca. 142 cm Widerristhöhe bei den Stieren noch relativ klein, haben kurze Beine und entsprechen in vielen weiteren Merkmalen, wie Hörner, Euter, Verhältnis der Größe zwischen männlichen und weiblichen Tieren, noch nicht ganz dem Vorbild.

 

Im Zuchtprogramm Taurus wird der Versuch der Gebrüder Heck fortgeführt. Aus diesem stammen auch die im “Odenbachtal” im LSG “Wallhalbtal / Schauer-
bachtal” angesiedelten Tiere. Durch die Einkreuzung von sehr großen Rinderrassen, vorwiegend aus Italien und Spanien, wird versucht, noch näher an den alten Auerochsen heranzukommen. So wurde z.B. die Rasse Sayagueza aus Spanien eingekreuzt, ein bis zu 165 cm Widerristhöhe bei Stieren erreichendes Rind, das in Fellfärbung und Hornform den Auerochsen recht nah kommt. Das spanische Lidia-Kampfrind findet durch seine speziellen Merkmale wie dem schlanken Körperbau, der “idealen Hornform” sowie einem ausgeprägten
eleganten Bewegungsablauf im Zuchtprogramm Verwendung.

Eine robuste Rasse für ganzjährige Freilandhaltung

Wenn auch das Erscheinungsbild des Heckrindes noch nicht ganz dem Vorbild des Auerochsen gleicht, so sind sie wie ihre wilden Vorfahren doch ausgesprochen
robuste Tiere und eignen sich hervorragend für die ganzjährige Haltung im Freien. Stiere, Kühe und Kälber leben im Herdenverband auf Großkoppeln. In der Regel
reicht für die Eingrenzung der Fläche ein normaler Weidezaun aus, da die Tiere ruhig und ausgeglichen sind. Sofern ein natürlicher Windschutz durch Hecken
oder Wald vorhanden ist, könnte auf einen Unterstand verzichtet werden, trotzdem wird den Tieren hier im Odenbachtal ein Unterstand angeboten. Dieser bietet
zudem Möglichkeit die Heuballen trocken zu lagern. Im Winter wird nur bei länger anhaltender Schneedecke zugefüttert. Kälber werden selbst bei Minusgraden
erfolgreich geboren und aufgezogen. Insbesondere in Gebieten, die durch Bodennässe, Kälte und karge Nahrungsgrundlage besondere Anforderungen an die Rinderhaltung stellen, haben sich die Heckrinder bewährt. Aber auch Hitze wird erstaunlich gut vertragen. Sie sind damit ideale Partner für die Landschaftspflege.
Die Beweidung trägt wesentlich zur Erhaltung der Kulturlandschaft bei und unterstützt damit den Arten- und Biotopschutz. Zahlreiche gefährdete Tier- und
Pflanzenarten sind auf diese extensive Beweidung, die der Offenhaltung des "Odenbachtales" dient, angewiesen.

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